Spenden-Tafel

 

 

Stiftung für Medienvielfalt

 

BLKB Jubiläumsstiftung

 

 

Privatpersonen
A.B. aus Kaiseraugst
Anne-Käthi Wildberger
Armin Vogt aus Basel
Atelier für Arbeiten mit Stein
Atelier Gillmann + Co GmbH
B.A. aus Basel
B.K. & B.K.
Balz Raz
Beat Lehmann aus Basel
C. Speitel
C.M. & A.M.
Christian Sutter-Lukanow
D.D. aus Basel
Elisabeth Tschudi-Moser
Eva Herzog
Franziska von Blarer
Hans Furrer
Heiner Dalcher
Heinz Stahlhut
J. Finsterwald
Jürg Ewald
L.B. aus Basel
Linde & Martin Meneghin
M.G.
M.M aus Basel
Marianne Mattmüller
Mathias Bonert
P. Jaccoud
P.S. aus Basel
Regula Rappo-Raz aus Basel
S. Kubli Fürst
S. Scherrer & Benedikt Marzahn
S. Strub aus Basel
S.J. & M.J. aus Therwil
Susanne Wyttenbach
V.S. aus Gattikon

 

Sowie zahlreiche weitere
anonyme Spenderinnen und Spender

 

 

Pathos

Foto: Claire Guerrier | Text: Oliver Lüdi

Wann hätte man je erlebt, dass statt des Morgens üblichen «Tschüs, Schatz» und «Mach’s gut» ein anderer Text aufgesagt würde, etwa: «Gesegnet sei dein Tag, mein Herz, und möge all dein Tun von der Sonne des Erfolgs überstrahlt werden.», nebst: «Oh lass mich schlürfen noch vom süssen Seim deines Honigmelonenmundes!». Worauf sich im Vorgarten der schmucken Doppelhaushälfte eine Kussszene abspielen würde, dass den Nachbarn Hören, Sehen und Atmen verginge.

Schon klar, so viel Pathos ist selten. Umso mehr lohnt es sich, auf all die kleinen Gelegenheiten achtzugeben, wenn es sich im Alltagsleben breitmacht, und das weiss Gott nicht nur im Haus der Kunst, wo das schwer Erhabene, wo grosse Gesten und pralle Pracht – zumal in ihren Paradedisziplinen TheaterOperFilm und Popmusik, aber auch in ArchitekturRhetorik und Literatur – wo Pathos gerne wohnt.

Gerade unsere Sprache pflegt doch immer wieder eine auffällige Nähe zum Pathos. Kurzes Beispiel: Es war bei einem Motorradhändler, wo sich ein in die Jahre gekommener Experte vor Publikum als solcher zu erkennen gab. Seine von allerhand technischem und anekdotischem Material durchsetzte Rede gipfelte in dem Satz: «Ich habe meine Hand für BMW ins Feuer gelegt.» Dabei sah der Mann tatsächlich einen Moment lang versonnen auf seine Rechte, um nach dieser gut gesetzten Kunstpause so bedeutungsschwanger wie feierlich, jedes einzelne Wort betonend, zu raunen: «Und ich hab sie verbrannt.»

Pathos pur, kann man da nur sagen, das pur kann man auch weglassen.

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