Mädchenkantorei, Foto: Tina Barth
Ein Fest für die Musik
Alfred Ziltener
Das Festival Klangbasel präsentiert die Vielfalt des Basler Musiklebens
Das Barockorchester La Cetra und die Band Tango Crash, die Jazzsängerin Lisette Spinnler und der Altus Andreas Scholl, die Mädchenkantorei Basel (mit ihrer neuen Leiterin Marina Niedel) und das Alphorn-Quartett Hornroh sowie viele andere Basler Musikschaffende treten bei der ersten Auflage des Festivals Klangbasel auf – die Veranstalter rechnen mit rund 500 Mitwirkenden. Initianten des Anlasses sind Hans-Georg Hofmann, der künstlerische Manager des Sinfonieorchesters, und Stephan Schmidt, der Leiter der Musikakademie.
Was aber ist der Sinn dieses neuen Festivals zwischen dem Theaterfestival (S. 13), Culturescapes und den Martinu-Festtagen? In den letzten Jahrzehnten, erklärt Hofmann, sei die einstige ‹Musikstadt› Basel vor allem als Stadt der Museen und bildenden Künste wahrgenommen worden, die Musik habe an Stellenwert verloren. Klangbasel wolle daher in konzentrierter Form den Reichtum des Musiklebens vor Ort aufzeigen.
Das Festival soll alle zwei Jahre durchgeführt werden und jeweils ein Quartier der Stadt bespielen. Zum Auftakt hat man sich fürs Kleinbasel entschieden und den Anlass mit der Eröffnung des Jazzcampus der Musikhochschule verknüpft (S. 11). Das Konzept ist inspiriert von der Museumsnacht: Jeweils vormittags finden an Dutzenden von Spielstätten rund einstündige Konzerte aller Stilrichtungen statt. Die Gäste können von Ort zu Ort flanieren, und natürlich hofft Hofmann, dass sie dabei auch Musik entdecken, die ihnen bisher fremd war.
Neue Orte, neue Töne
Gespielt wird nicht nur in den üblichen Lokalitäten und Kirchen, sondern auch bei weniger bekannten, kleineren Veranstaltern. Bau-Art an der Feldbergstrasse etwa präsentiert u.a. eine Schubertiade und eine Carte Blanche für den Gambisten Paolo Pandolfo, im Vinyl-Mekka Plattofon legen DJs auf, und im Clara-Brocki gastiert The bianca Story mit der Bühnenshow ‹M and the Acid Monks›. Konzerte in Galerien, Restaurants, Privatwohnungen, in der Kasernenturnhalle und im Freien sind geplant.
Mit Klangbasel will Hofmann aber nicht nur das Publikum zur Begegnung mit unbekannter Musik verführen, sondern auch Kunstschaffende verschiedener Sparten miteinander vernetzen und zu gemeinsamen Projekten ermuntern, die im normalen, weitgehend vom Schubladendenken bestimmten Konzertbetrieb schwierig zu realisieren wären. Ansätze dazu finden sich bereits in diesem Jahr. So treffen sich in der Clarakirche zwei Meister der Improvisation, der Organist Rudolf Lutz und der Jazzpianist Hans Feigenwinter, und in der Kaserne kombiniert Hofmann Chorgesang mit elektronischer Musik. Noch weiter über die Grenzen schaut die Cembalistin Daniela Dolci. Im Union wird sie mit ihrem Barockensemble Musica Fiorita und indischen MusikerInnen Auszüge aus Jean-Philippe Rameaus Ballett-Oper ‹Les Indes galantes› und Musik aus Indien aufführen – dazu treten indische und europäische Tanzschaffende auf.
Festival Klangbasel: Fr 19. bis So 21.9., div. Orte, www.klangbasel.ch
Vorkonzert: Do 18.9., 21 h, Union, Klybeckstr. 95
(mit Andreas Scholl)
Eröffnung: Fr 19.9., 17 h, Jazzcampus, Utengasse 15 → S. 11
Div. Tages- und Festivalpässe, Vorverkauf Bider & Tanner
ProgrammZeitung 9/2014, S. 9

















