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Sowie zahlreiche weitere
anonyme Spenderinnen und Spender

 

‹Lysistrata› (Foto: Mārtiņš Vilcēns)

ProgrammZeitung 10/2014, S. 9 

Eine Friedenstifterin als Opernfigur

Alfred Ziltener

Mit dem Schwerpunkt ‹Frauen und Krieg› startet der Gare du Nord in die Saison.  

Gleich in zwei neuen Kammeropern am gleichen Abend bringt der Gare du Nord die eigenwillige Pazifistin Lysistrata auf die Bühne. Zur Erinnerung: Die Athenerin beendet in der nach ihr benannten, 411 v. Chr. uraufgeführten Komödie des Aristophanes den Krieg zwischen ihrer Vaterstadt und Sparta, indem sie die Frauen beider Lager dazu bringt, sich den Männern sexuell zu verweigern, bis der Frieden geschlossen ist.

Der Doppelabend ‹Lysistrata›, der im Rahmen eines Austausches mit der Kulturhauptstadt Riga 2014 stattfindet, ist ein gemeinsames Projekt des Basler Musikbahnhofs und der lettischen Sängerin und Dirigentin Antra Drege mit ihrem phänomenalen Frauenchor Putni. In Lettland, erklärt Désirée Meiser, die Leiterin des Gare du Nord, beginnt jetzt, rund 25 Jahre nach dem Fall der Sowjetunion, die Aufarbeitung der dreifachen Okkupa­tion – zunächst durch Russland, dann durch Nazideutschland, ab 1945 wieder durch die Sowjets. Opfer der Repressionen waren stets auch Frauen, weshalb die Figur der Friedensstifterin Drege besonders interessierte. Vermittelt durch Pro Helvetia, trat sie mit dem Wunsch nach einer Kooperation an den Gare du Nord heran, weil die Schweiz als kriegsverschontes, in sich ruhendes Land einen radikalen Gegensatz zu ihrer innerlich zerrissenen Heimat bildet.

Heiter und hoffnungslos.

Die Lysistrata-Geschichte kommt nun in einer komödiantischen und einer tragischen Opernversion auf die Bühne. Die Kompositionen steuern der Schweizer Kaspar Ewald und der Lette Jekabs Nimanis bei, Regie führen Zane Kreicberga aus Riga und die junge Deutsche Christine Cyris, die Protagonisten sind die Sopranistin Jeannine Hirzel und der Bariton Robert Koller. Ewalds Oper ist deftiges Volkstheater, mal melodiös, mal groovig, mal schräg. Gesungen wird hier – baseldeutsch. Das Libretto der tragischen Version, ‹The Return of Lysistrata›, stammt von der lettischen Autorin Inese Zandere, die ihre Erfahrungen als Kriegsjournalistin im Balkankrieg in die Geschichte einfliessen lässt. Nimanis hat dazu expressive Musik geschrieben.

Der Schwerpunkt ‹Frauen und Krieg› wird ergänzt durch ‹Nordic Impres­sions› mit dem Ensemble Putni samt einem Podium über das Singen als Zeichen des zivilen Ungehorsams, speziell in Lettland während der Perestroika. Dazu kommt eine Konzertlesung von Agota Kristofs ‹Das grosse Heft› mit Désirée Meiser und der Pianistin Helena Bugallo.

‹Lysistrata›: Do 23., Fr 24., Mo 27.10., 20 h; So 26.10., 18 h;
‹Nordic Impressions›: Sa 25.10., 20 h, danach Podium;
‹Das grosse Heft›: Di 28.10., 20 h, Gare du Nord → S. 36

Highlights

Highlight 10/2014

Eine Friedenstifterin als Opernfigur

Der Gare du Nord startet mit dem Schwerpunkt ‹Frauen und Krieg›.

‹Lysistrata› (Foto: Mārtiņš Vilcēns)

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Highlight 10/2014

Fernöstliches im Fokus

Culturescapes lädt zu Begegnungen
mit japanischer Kultur ein.
Aki mit Koto (Foto: zVg)

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Highlight 10/2014

Industriekultur als Fleissarbeit

Stätten produktiven Schaffens.
‹Industriekultur in der Region Basel›
(Foto: Klaus Spechtenhauser)

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Highlight 9/2014

Willkommen im Jazzparadies!

Der neue Jazzcampus wird seiner Bestimmung übergeben
Jazzcampus (Foto: Kathrin Schulthess)

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Highlight 9/2014

Theaterspaziergänge
im Outernet

‹Portable Reality› beleuchtet
Theater- und Kunstwelten
‹Portable Reality› (Foto: c.a.p.e., Crew)

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Highlight 9/2014

Ein Fest für die Musik

Das Musikfestival ‹KlangBasel› präsentiert die Vielfalt des Basler Musiklebens
M & The Acid Monks (Foto: zVg)

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Highlight 7-8/2014

Huren, Heilige, Hochstapler
und Heroen

Der Verein Frauenstadtrundgang feiert sein Jubiläum mit Idealbildern.
Postkarten-Motiv

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Highlight 7-8/2014

Die Welt im Spiegel der Performance

Das Theaterfestival Basel lotet das Spektrum der Bühnenkunst aus
(Foto: W. Bergmann)

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Highlight 7-8/2014

‹Stimmen› im Aufbruch

Das Lörracher Festival entdeckt den Charme des Mainstream
Nneka (Foto: zVg)